Sage 100 9.0.11: E-Rechnung, Belegdruck und viele kleine Verbesserungen im Alltag
Mit dem Liveupdate auf Sage 100 9.0.11 kommen einige Änderungen, die man im Alltag tatsächlich merken kann. Es geht nicht um eine komplett neue Sage-Version, sondern vor allem um viele Stellen, an denen Abläufe moderner, stabiler oder einfacher werden sollen.
Besonders viel hat Sage bei E-Rechnungen, beim Drucken von Belegen, in der Warenwirtschaft, im Rechnungswesen und im Dokumentenmanagement angefasst.
E-Rechnungen: Weniger Rätselraten beim Import
Beim Thema E-Rechnung wird weiter nachgebessert. Beim Export werden jetzt auch Kopf- und Fußtexte mitgegeben. Außerdem kann der Verwendungszweck für Überweisungen in der XML-Datei enthalten sein. Die Kundennummer wird ebenfalls sauberer übergeben.
Interessant ist vor allem der Import: Sage legt jetzt ein Protokoll an. Läuft beim Einlesen etwas schief, wird dieses direkt angezeigt. Das hilft enorm, weil man nicht mehr im Nebel stochern muss, warum eine Rechnung nicht übernommen wurde.
Auch die automatische Zuordnung von Bestellnummern wurde vorsichtiger gemacht. Sage versucht zunächst, die Rechnung dem richtigen Lieferanten zuzuordnen. Erst wenn das passt, wird nach einer passenden Bestellung gesucht. Das soll verhindern, dass eine Bestellnummer vorschnell dem falschen Vorgang zugeordnet wird.
Daneben gibt es zahlreiche Korrekturen bei ZUGFeRD und XRechnung, etwa bei Preisen, GLN-Nummern, Zahlungsbedingungen, Abschlagsrechnungen und Bankdaten.
Drucken: Der alte Weg wird weiter abgelöst
Sage stellt den Belegdruck an immer mehr Stellen auf die neue Technik um. Das betrifft unter anderem verschiedene Auskünfte, Artikel- und Kundeninformationen, Lieferschein- und Sammelrechnungsprotokolle, das xRM-Dashboard sowie Bereiche im Einkauf und Verkauf.
Für Anwender ist das zunächst keine spektakuläre neue Funktion. Es ist aber ein wichtiger Schritt: Die bisherigen, teils alten Access-Dialoge verschwinden nach und nach und werden durch eine einheitlichere Oberfläche ersetzt.
Auch der Stapeldruck wurde modernisiert. Neu ist, dass ein bereits ausgeführter Druckstapel über einen Assistenten wiederholt werden kann. Das ist praktisch, wenn ein Drucklauf schiefgegangen ist oder Unterlagen noch einmal benötigt werden.
Varianten, Chargen und Inventur: Kleine Dinge, die Zeit sparen
Die Bearbeitung von Artikelvarianten wurde überarbeitet. Sowohl die Pflege der Varianten im Artikelstamm als auch die Erfassung in Belegpositionen läuft nun über die neue Oberfläche.
Auch bei Chargen tut sich etwas. Der Dialog für Chargeninformationen wurde modernisiert und lässt sich beispielsweise direkt aus dem Chargennachweis öffnen.
Für die Inventur ist vor allem eine Änderung interessant: Taucht ein Artikel mit Seriennummer an einem anderen Platz auf als erwartet, kann er direkt im Inventurprozess umgebucht werden. Gleichzeitig wurden Fehler bei Chargenauswahl, Lagerplatzzuordnung und Inventurprotokollen korrigiert.
DMS und Smart Client: Dokumente näher am Vorgang
Im Dokumentenmanagement wurden mehrere Funktionen auf die neue Technik umgestellt. Externe Dokumente können nun auch im Smart Client abgelegt werden. Gleiches gilt für das Suchen und Anzeigen von DMS-Dokumenten.
Neu ist außerdem eine Dateivorschau direkt in bestimmten Eingabefeldern. So lassen sich PDF-Dateien, Bilder, Excel- oder Word-Dokumente, XML-Dateien und Textdateien direkt aus dem jeweiligen Dialog ansehen.
Auch Sammelmappen wurden modernisiert. Dateien können jetzt per Drag & Drop hinzugefügt werden. Das klingt klein, spart aber gerade bei wiederkehrender Dokumentenablage unnötige Klicks.
Rechnungswesen: Bessere Auswertungen und weniger Wiederholung
Im Rechnungswesen kommen zwei neue Auswertungen hinzu.
Die Saldenauskunft für Anlagen zeigt Buchungen innerhalb eines Geschäftsjahres und erlaubt den direkten Sprung in Buchungsnachweis oder Buchungserfassung.
Die neue Inventarauskunft bündelt wichtige Stamm- und Bewegungsdaten aus der Anlagenbuchhaltung. Das macht es einfacher, sich einen Überblick über vorhandene Anlagen und deren Entwicklung zu verschaffen.
Beim DATEV-Export können künftig auch vierstellige Steuerschlüssel gepflegt werden.
Wer mit Girostar arbeitet, bekommt etwas mehr Komfort: Einstellungen wie Auszugsnummer, Sitzungsname oder Verarbeitungsart werden gespeichert und beim nächsten Import wieder vorgeschlagen. Das spart jedes Mal ein paar Eingaben und reduziert Flüchtigkeitsfehler.
Viele Fehlerkorrekturen, die man hoffentlich gar nicht mehr bemerkt
Ein großer Teil des Updates besteht aus Korrekturen. Das ist nicht besonders glamourös, aber oft der Teil, der im Alltag den größten Unterschied macht.
Unter anderem wurden Probleme bei der Belegsuche, bei Listenfiltern, bei Pivot-Auswertungen, bei der Anmeldung mit vielen Mandanten und bei der Lizenzaktualisierung behoben.
Auch das Verhalten des Mehrbenutzerdienstes wurde verbessert. Nach einem Serverneustart kam es in bestimmten Fällen vor, dass Sage auf den Clients nicht mehr starten wollte, obwohl der Dienst korrekt eingerichtet war. Dafür gibt es nun einen Workaround.
Weitere Korrekturen betreffen unter anderem Buchungsimport, Zahlungsverkehr, Mahnwesen, SEPA-Mandate, DATEV-Export, Umsatzsteuerprüfung und Bilanzauswertungen.
Wichtig bei der Installation
Bei einer verteilten Sage-Installation reicht es nicht, das Update nur auf einem Rechner einzuspielen. Die Reihenfolge sollte so aussehen:
- Application Server
- Sage 100 Server
- Client-Rechner
Beim Buchungsimport mit mehr als 60 Spalten sind zusätzlich die Hinweise aus der Sage-Dokumentation zu beachten.
Unser Eindruck
Sage 100 9.0.11 ist kein Update, das mit einer einzelnen großen neuen Funktion wirbt. Es ist eher ein solides Arbeitspaket für den Alltag.
Gerade Unternehmen, die viel mit E-Rechnungen, Belegdruck, Chargen, Inventur, DMS oder Anlagenbuchhaltung arbeiten, dürften einige Verbesserungen direkt merken. Und viele der Korrekturen sorgen hoffentlich genau für das, was man von einem guten Liveupdate erwartet: weniger Sonderfälle, weniger Fehlermeldungen und weniger Zeitverlust.