Sage 100: Das sind die wichtigen technischen Neuerungen im Frühjahr 2026
Wer mit Sage 100 arbeitet, sollte die aktuellen Systemvoraussetzungen nicht nur beiläufig abnicken. Gerade bei Updates, Serverwechseln oder der Planung neuer Projekte hängen Stabilität, Performance und Zukunftssicherheit direkt daran. In der aktuellen Fassung der Systemvoraussetzungen vom März 2026 gibt es ein paar Änderungen, die in der Praxis wirklich relevant sind. Eine der auffälligsten: SQL Server 2025 ist jetzt offiziell freigegeben.
SQL Server 2025 ist freigegeben
Das ist die Nachricht, auf die viele Administratoren und IT-Verantwortliche gewartet haben: Sage 100 unterstützt jetzt Microsoft SQL Server 2025 in den Editionen Standard, Enterprise und Express. Laut Dokument reicht die Unterstützung für SQL Server 2025 bis 06.01.2031. Das gibt Unternehmen, die ihre Infrastruktur gerade modernisieren oder ohnehin einen Plattformwechsel planen, deutlich mehr Luft nach vorne.
Für die Praxis heißt das: Wer in nächster Zeit neue Server aufsetzt oder bestehende SQL-Umgebungen erneuert, kann SQL Server 2025 nun sauber in die Planung einbeziehen, statt mit einer älteren Zwischenlösung zu arbeiten. Wichtig bleibt aber: Die Express-Edition ist laut Sage nur für Einzelplatzinstallationen oder kleine Umgebungen bis maximal fünf Anwender gedacht und nicht für Setups mit höheren Performance-Anforderungen oder automatisierten Importen.
Windows 10 ist raus, Windows Server 2025 ist drin
Schon in der Versionshistorie sieht man, wohin die Reise geht: Mit Version 9.0.10 wurde die Unterstützung für Windows 10 entfernt. Gleichzeitig war bereits seit 9.0.8.1 die Freigabe für Windows Server 2025 und Office 2024 aufgenommen worden. In der aktuellen Fassung wurde außerdem ein Fehler korrigiert, weil in einem Kapitel zuvor Server 2022 fehlte.
Für Unternehmen bedeutet das ziemlich klar: Wer noch auf älteren Client- oder Serverlandschaften unterwegs ist, sollte das Thema nicht länger aufschieben. Auf Client-Seite nennt Sage für Sage 100 jetzt Windows 11 in den 64-Bit-Versionen Enterprise, Education und Pro, sofern deren Serviceende nicht erreicht ist. Für Terminalserver und Application-Server sind Windows Server 2022 Standard und Windows Server 2025 Standard relevant.
Office bleibt ein kritischer Punkt: 32 Bit ist weiter Pflicht
Ein Punkt, über den man leicht stolpert, wenn man Systeme “mal eben” neu aufsetzt: Sage 100 ist ausschließlich mit der 32-Bit-Version von Microsoft Access freigegeben. Gleichzeitig gilt weiterhin, dass sich auf dem Rechner keine 64-Bit-Komponenten von Microsoft Office befinden dürfen, wenn Access 32 Bit installiert werden soll. Mischinstallationen aus 32 und 64 Bit bei Office unterbindet Microsoft ohnehin.
Neu beziehungsweise weiterhin relevant ist außerdem die Freigabe von Access 2024 32 Bit. Unterstützt werden daneben unter anderem Access 2021 32 Bit, Access 2019 32 Bit sowie Access Runtime 365 32 Bit. Bei Office nennt Sage unter anderem Office 2024 Home & Business, Office Professional 2024 und passende Microsoft-365-Varianten, sofern die nötigen 32-Bit-Premium-Anwendungen heruntergeladen werden können.
Die neue Outlook-App ist keine Kleinigkeit, sondern ein echter Praxisfaktor
Ein Detail, das im Alltag schnell Ärger macht: Wenn Sage 100 direkt mit Outlook lesen oder schreiben soll, funktioniert das laut Dokument nur mit Outlook Classic. Die neue Outlook-App unterstützt die dafür nötige COM-/Redemption-Kommunikation nicht. Nach aktuellem Stand soll Outlook Classic noch bis 2029 verfügbar sein.
Das klingt erst einmal technisch, ist aber operativ wichtig. Wer E-Mail-Prozesse, Belegversand oder andere Integrationen mit Outlook nutzt, sollte bei Client-Rollouts sehr genau hinschauen. Sonst hat man nachher ein “modernisiertes” Office, aber kaputte Abläufe.
Auch wichtig: gleiche Zeitzone auf Server und Clients
Ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Sage 100 ist nicht für unterschiedliche Zeitzonen ausgelegt. Server und Clients müssen laut Dokument in der gleichen Zeitzone konfiguriert sein. Andernfalls kann es dazu kommen, dass das Tagesdatum am Client vom tatsächlichen Datum des Nutzers abweicht.
Das betrifft nicht nur internationale Konstellationen. Auch virtualisierte oder hybrid betriebene Umgebungen können hier unnötige Fehlerquellen aufbauen, wenn das Thema bei der Einrichtung nicht sauber geprüft wird.
Browser, Webshop und Altlasten
Im Bereich Webshop unterstützt Sage auf Desktop und Tablet aktuelle Versionen und Vorversionen von Firefox, Safari und Chrome, dazu Opera für die Store Front. Der Internet Explorer ist nicht freigegeben. Auf Smartphones werden vor allem die nativen Browser auf aktuellem Android und iOS genannt.
Das ist wenig überraschend, aber trotzdem wichtig für ältere Kundenumgebungen. Wer noch irgendwo Browser-Altlasten mitschleppt, sollte das Thema spätestens jetzt abhaken.
Was das für Unternehmen konkret bedeutet
Unterm Strich zeigt die aktuelle Freigabe sehr klar, wohin Sage 100 technisch läuft: modernere Serverplattformen, modernere Office-Versionen, aber gleichzeitig weiter klare Grenzen bei Access, Outlook und bestimmten Mischszenarien. SQL Server 2025 ist dabei die wichtigste positive Nachricht, weil sie Investitionssicherheit schafft. Gleichzeitig verschwinden ältere Plattformen schrittweise aus dem unterstützten Bereich.
Wer heute ein Update, eine Servermigration oder eine neue Sage-100-Umgebung plant, sollte deshalb nicht nur “schauen, ob es irgendwie läuft”, sondern die Systemlandschaft bewusst entlang der aktuellen Freigaben aufbauen. Genau da entstehen später entweder saubere, stabile Prozesse oder ständige Reibungsverluste.
Unser Fazit
Die neue Freigabe von SQL Server 2025 ist eine gute Nachricht. Sie gibt Unternehmen, die mit Sage 100 arbeiten, mehr Zukunftssicherheit für neue Datenbank- und Serverprojekte. Gleichzeitig zeigt das Dokument aber auch wieder, dass man bei Sage 100 technisch sauber arbeiten muss. Besonders bei Office-Bitversionen, Outlook, Terminalservern und Zeitzonen steckt der Ärger oft nicht in großen Architekturfragen, sondern in den scheinbar kleinen Details.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre aktuelle oder geplante Umgebung sauber zu den freigegebenen Systemvoraussetzungen passt, lohnt sich eine technische Prüfung vor dem nächsten Update. Das ist meistens deutlich günstiger als nachher Fehler zu suchen, die man am Anfang hätte vermeiden können.